Links ein Laptop mit fehlgeschlagenem Update bei 7% und Haftnotizen zu Problemen, rechts ein grünes Buch 'Simple statt kompliziert – stabil, sicher, planbar' als einfache Lösung.

Die einfachste Lösung gegen das Update-Problem ist auch die unbeliebteste

Gestern stand ich, kurz nach dem Schreiben über Windows-Updates, vor einer naheliegenden Frage: Wenn das monatliche Patchday-Risiko so strukturell ist, welche Antwort gibt es darauf?

Die ehrliche Antwort ist unbequem, weil sie eine Annahme angreift, die in vielen Unternehmen wie ein Naturgesetz gilt: Geschäftsanwendungen müssen Desktop-Anwendungen sein.

Das stimmt nicht mehr. Und in vielen Fällen stimmt es seit Jahren nicht mehr.

Was eine Browseranwendung wirklich ist

Eine Browseranwendung ist keine Webseite. Sie ist eine vollwertige Software, die im Browser läuft. Kein Download, keine Installation, kein Installer-Paket, das nach dem nächsten Update nicht mehr startet. Der Browser selbst ist seit Jahrzehnten rückwärtskompatibel. Er ist die stabilste Laufzeitumgebung, die es gibt.

Eine Software, die im Browser läuft, fürchtet keinen Patchday. Sie läuft auf Windows, macOS und Linux gleich. Sie läuft auf einem alten Notebook genauso wie auf einem neuen Firmenlaptop. Und sie läuft auf jedem Gerät, das einen Browser hat.

Das klingt nach Selbstverständlichkeit. In der Praxis ist es eine erhebliche Entlastung.

Die typischen Vorbehalte

“Wir brauchen Drucker-Integration.” Geht. Moderne Browser unterstützen Druckdialoge, Drucker-Bibliotheken existieren, und wo lokale Hardware in die Anwendung eingebunden werden muss, gibt es Brücken-Konzepte, die keinen vollständigen Desktop-Zwang erfordern.

“Unsere Mitarbeiter arbeiten oft offline.” Auch das ist lösbar, weil Progressive Web Apps Offline-Fähigkeit nativ unterstützen.

“Das ist doch Cloud-Zwang.” Nein. Eine Browseranwendung kann genauso auf dem eigenen Server betrieben werden wie eine Desktop-Anwendung. Browser und Cloud sind nicht dasselbe.

Der echte Vorbehalt ist meistens keiner der obigen Punkte, sondern Gewohnheit. “Das war immer eine Desktop-Anwendung” ist kein Argument, das trägt.

Wann es trotzdem nicht passt

Ehrlichkeit verdient eine Einschränkung: Wo Echtzeit-Steuerung von Maschinen oder hardwarenahe Industrie-Protokolle ins Spiel kommen, ist eine Browseranwendung oft nicht die richtige Antwort. Das sind Nischenfälle, aber sie existieren. In diesen Fällen macht eine Desktop-Anwendung weiter Sinn.

Für alles andere, also für die überwältigende Mehrheit der kaufmännischen und operativen Anwendungen im Mittelstand, ist die Frage nicht ob, sondern wann.

Fazit

Das Update-Problem, über das ich gestern geschrieben habe, ist strukturell. Die strukturelle Antwort darauf ist eine Laufzeitumgebung, die sich nicht mit jedem Patchday verändert. Das ist der Browser.

Wenn ihr eine Desktop-Anwendung habt, die sich monatlich neu beweisen muss, und wissen wollt, ob ein Weg in den Browser sinnvoll und realistisch wäre, schreibt mir.

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