Warum der nächste Relaunch nicht zwingend nötig ist
In vielen Mittelstandsunternehmen taucht alle paar Jahre derselbe Satz auf: “Wir machen einen Relaunch.” Damit gemeint ist eigentlich immer das Gleiche: alles neu, neue Agentur, neues CMS, neues Design, sechs Monate Projekt, gefolgt von zwei Jahren stillstand, dann der nächste Relaunch.
Das ist eine Gewohnheit, kein Naturgesetz. Und in den meisten Fällen das teurere Modell.
Was ein Relaunch wirklich kostet
Sechs bis zwölf Monate Projektzeit. Briefing-Gespräche, Konzept, Design, Umsetzung, Migration, Test, Launch. In dieser Zeit ist die alte Site eingefroren, weil “die kommt ja eh weg”. Das bedeutet: Inhalte veralten, technische Schulden wachsen, SEO leidet.
Nach dem Launch dann die Erkenntnis, dass nicht alles funktioniert wie geplant. Die ersten drei Monate sind Bugfixing. Erst danach beginnt die echte Nutzung.
Insgesamt verbringt ihr meistens zwölf bis achtzehn Monate damit, am Ende auf einem Stand zu sein, der dem Vorgänger ähnelt.
Warum das überhaupt passiert
Weil viele CMS-Stacks alterungsanfällig sind. WordPress mit zwanzig Plugins, die nicht mehr alle gepflegt werden. Ein Theme, das vor fünf Jahren modern war. Eine Datenbankstruktur, die niemand mehr versteht. Wenn dieser Zustand erreicht ist, ist Stück-für-Stück-Modernisierung tatsächlich teurer als ein Schnitt.
Das ist allerdings keine Eigenschaft von Websites generell, sondern von einer bestimmten Architektur. Wer von Anfang an einen Stack wählt, der sich kontinuierlich pflegen lässt, gerät nicht in diese Sackgasse.
Wie kontinuierliche Weiterentwicklung aussieht
Statisch generierte Sites mit klaren Inhaltsstrukturen. Komponentenbasiert, sodass eine neue Sektion ein Component-Update ist, kein neues System. Dependencies, die regelmäßig aktualisiert werden, statt sechs Major-Versionen Rückstand anzusammeln.
Auf so einer Site sind Verbesserungen klein. Eine neue Service-Seite, ein optimiertes Bildformat, ein A/B-Test im Hero. Pro Quartal passiert etwas Sichtbares, pro Jahr summiert sich das zu einer deutlich besseren Site.
Nach drei Jahren steht ihr nicht vor der Frage “Relaunch?”, sondern vor der Frage “was machen wir als nächstes besser?”.
Wann ein Relaunch trotzdem Sinn ergibt
Wenn der Stack so verbaut ist, dass kontinuierliche Weiterentwicklung nicht mehr geht. Wenn die Geschäftsstrategie sich grundlegend ändert. Wenn die Marke neu positioniert wird. In diesen Fällen ist ein Schnitt ehrlich. In den anderen ist er Reflex.
Fazit
Eine Website kann mitwachsen, statt alle drei Jahre neu entstehen zu müssen. Wer überlegt, ob die eigene Site dafür reif ist, kann mich ansprechen.