Ein Texteditor mit Markdown-Datei links, ein CMS-Backend mit vielen Feldern rechts, dazwischen eine Waage.

Markdown statt Headless-CMS: fünf Punkte, die die Entscheidung klären

Die meisten Websites haben weniger Inhalt, als ihre Architektur verspricht. Eine Datenbank, ein CMS-Frontend, mehrere Plugin-Schichten, alles für vielleicht zwanzig Seiten Inhalt, die zweimal im Jahr aktualisiert werden.

Markdown plus Git als Inhaltsquelle ist eine Alternative, die in vielen Fällen reicht. Ob sie auch bei euch passt, hängt an fünf Punkten.

1. Wie viele Personen pflegen Inhalte?

Wenn ein bis drei Personen Inhalte pflegen und davon mindestens eine technisch arbeitet (oder schnell lernen will), ist Markdown realistisch. Bei zehn Redakteuren, die parallel und ohne Git-Wissen schreiben, wird ein CMS schnell zur Notwendigkeit.

2. Wie oft ändert sich Inhalt?

Eine Site, die viermal im Jahr aktualisiert wird, braucht keine Echtzeit-Vorschau im Browser. Ein Git-Workflow mit Pull Request und automatischem Build bringt sogar mehr Stabilität, weil jeder Stand reviewbar und reversibel ist.

Bei wöchentlichen oder täglichen Änderungen kippt das. Da werden Markdown-Workflows zur Bremse.

3. Wer braucht WYSIWYG?

Wer beim Schreiben sehen will, wie der Text später aussieht, ohne erst einen Build laufen zu lassen, braucht ein CMS. Wer mit Markdown-Vorschau im Editor arbeitet oder die statische Seite lokal baut, kommt ohne aus.

Die Frage ist nicht, ob WYSIWYG schöner ist. Die Frage ist, ob ihr es täglich nutzt oder nur theoretisch wollt.

4. Wie viele Inhaltstypen gibt es?

Eine reine Marketing-Site mit Hero, Service-Seiten und Blog ist mit Markdown gut bedient. Sobald aber strukturierte Daten ins Spiel kommen (Veranstaltungen, Mitarbeiter-Profile, Produkte mit Varianten), lohnt sich ein Headless-CMS, weil Schemas dort sauberer abbildbar sind.

5. Wie performant muss die Site sein?

Markdown ergibt typischerweise statische Sites. Statische Sites laden in Millisekunden. Wer aus Performance-Gründen sowieso statisch ausliefert, hat mit Markdown den schnellsten Weg dorthin.

Fazit

Markdown ist kein Allheilmittel und kein Rückschritt. Es ist ein pragmatischer Mittelweg für Sites mit wenigen Pflegern, mäßiger Änderungsfrequenz und klaren Inhaltsstrukturen. Wer einschätzen will, ob das zur eigenen Situation passt, kann mich gerne ansprechen.

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