Shopware 5 End of Life: warum Aussitzen die teuerste Option ist
Shopware 5 bekommt seit Mitte 2024 keine Sicherheitsupdates mehr. Jeder Tag Verzögerung ist ein Tag, an dem eine bekannte Lücke offen bleibt. Das ist kein technisches Risiko, das ist ein Geschäftsrisiko.
Shopware 5 ist nicht alt. Shopware 5 ist tot. End of Life heißt: kein Hersteller-Support, keine Patches, keine Updates für die zugrundeliegenden Bibliotheken. Wer den Shop weiter betreibt, betreibt ein System, an dem niemand mehr schraubt, in einer Welt, in der täglich neue Schwachstellen auftauchen.
Das Problem fühlt sich am Anfang nicht wie eines an. Bestellungen laufen, der Shop ist erreichbar, Kunden zahlen. Genau deshalb ist es so gefährlich. Der Schaden ist unsichtbar, bis er nicht mehr unsichtbar ist.
Was End of Life konkret heißt
Shopware AG liefert keine Sicherheitsupdates mehr. Aber das ist nur der Anfang. Auch die Komponenten unter Shopware 5 wandern weiter: PHP, Symfony, jQuery, Datenbank-Treiber. Wenn euer Hoster die PHP-Version aktualisiert, kann eure Shopware-5-Installation eines Morgens nicht mehr starten. Und ihr habt keinen Hebel: kein Update, kein Patch, keine Antwort vom Hersteller.
Plugins werden nicht mehr gewartet, weil die Anbieter in Shopware 6 weitergezogen sind. Was heute noch läuft, kann nach dem nächsten Server-Update kaputt sein. Was lange ein billiger Bestandsbetrieb war, wird zu einem System, an dem niemand mehr verdient außer den Angreifern.
Was ihr stattdessen tun könnt
Migration auf Shopware 6 ist kein Hexenwerk, aber sie braucht einen Plan. Vier Schritte, in dieser Reihenfolge:
- Bestandsaufnahme: was im aktuellen Shop ist wirklich custom, was Standard, welche Plugins sind noch aktiv genutzt.
- Datenmigration prüfen: Produkte, Bestellungen, Kunden, Bestellhistorie, Steuern. Der Migrations-Assistent von Shopware deckt einen Teil ab, der Rest ist Handarbeit.
- Theme und Plugins in Shopware 6 neu bauen, nicht eins zu eins kopieren. Vieles davon ist im Standard von Shopware 6 schon enthalten.
- Sauberer Go-Live mit kurzer Downtime, vorher auf Staging getestet. Keine Live-Migration ohne Probelauf.
Wer diese vier Schritte sauber durchgeht, ist in zwei bis vier Monaten auf Shopware 6. Die Alternative ist, jeden Monat länger zu warten und das Risiko größer werden zu lassen.
Fazit
Shopware 5 weiter zu betreiben ist keine Sparmaßnahme, sondern eine versteckte Schuld. Die Schuld wächst still weiter, bis ein einziger erfolgreicher Angriff oder ein kaputtes Server-Update den ganzen Shop lahm legt. Dann ist die Migration nicht mehr planbar, sondern ein Notfall.
Wenn euer Shop noch auf Shopware 5 läuft und ihr nicht wisst, wo ihr anfangen sollt, schreibt mir. Ich habe Shopware-Migrationen schon mehrfach durchgeführt, mit dreizehn Jahren Shopware-Erfahrung aus über siebzig Projekten.