Schlüsselbund auf einem Holzschreibtisch, dahinter unscharf ein Notizbuch mit Stift, eine Kaffeetasse und ein Bildschirm mit Quellcode.

Wem gehört eure Software?

Wem gehört eure Software wirklich? Nicht juristisch, sondern operativ. Wer hat heute Abend die Schlüssel?

Drei Fragen reichen, um es herauszufinden:

  • Wer hat den Quellcode der Software, mit der ihr arbeitet?
  • Wer könnte das Repository heute Abend selbst klonen?
  • Wer könnte morgen früh allein einen anderen Entwickler beauftragen, wenn alles brennt?

Bei vielen Mittelständlern wird der IT-Verantwortliche stocken. Das ist nicht seine Schuld, bei der ursprünglichen Entscheidung hat sich das einfach nie jemand überlegt.

Euer Geschäft darf von keinem externen Dienst abhängen

Das heißt nicht, dass ihr kein SaaS, keine Agentur und keinen Berater mehr nutzen solltet. Es heißt nur, dass keiner davon euer Geschäft tragen darf.

Wer mietet, besitzt nichts. Wer kauft, hat nur das, was im Lizenztext steht. Anbieter ändern ihre Strategie, werden übernommen, stellen Produkte ein. Im besten Fall könnt ihr wechseln. Im schlechtesten Fall steht der Betrieb.

Dazu kommen die unsichtbaren Kosten der Insellösungen. Wer für jedes Problem ein anderes Tool wählt, baut keine Software-Landschaft, sondern eine Sammlung von Inseln. Eure Mitarbeiter springen dazwischen, kopieren Daten von Hand, basteln Workarounds. Das taucht in keiner Lizenzrechnung auf.

Externe Software ist trotzdem oft die richtige Wahl. Spezialisierung, Wartung, kalkulierbare Kosten. Die stärkste Form hat offene Schnittstellen und bleibt austauschbar. Aber auch die schönste Schnittstelle ersetzt nicht die Datenhoheit. APIs sind ein Komfort. Datenhoheit ist eine Existenzfrage.

Was ihr tun könnt, ist überraschend einfach. Drei Hebel reichen, um jede Form externer Software wieder beherrschbar zu machen:

  • Eure Daten müssen jederzeit exportierbar sein.
  • Quellcode und Doku müssen in einem Repository liegen, das euch gehört.
  • Kritisches Wissen darf nie nur in einem einzigen Kopf wohnen.

Fazit

Macht den Test. Wenn ihr selbst die Schlüssel habt, ist alles gut. Wenn nicht, dann wisst ihr ab sofort, woran ihr als Nächstes arbeiten solltet.

Wenn ihr darüber reden wollt, schreibt mir. Ein unverbindliches Erstgespräch endet entweder mit einer klaren Einschätzung oder mit der Erkenntnis, dass alles passt. Beides ist ein Gewinn.

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